|
Die geschichtliche
Entwicklung der Feuerwehr Löthain bis zum Jahr 1947
Feuerschutz in alter
Zeit
In der Vergangenheit bildete in den
Dörfern die damalig herrschende Bauweise die größte Gefahr bei dem Ausbruch von
Bränden. In den Dörfern stießen die Gehöfte mit ihren Stroh-, bestenfalls
Schindelabdeckungen eng aneinander. Aber auch die unzureichenden Feuerstätten in
den Bauern- und Tagelöhnerhäusern waren immer wieder Ursache von verheerenden
Bränden. Gerade in der Landwirtschaft, wo in Zeiten der Ernte die Dachböden bis an
den First mit Heu und Stroh vollgestopft wurden, war die Gefahr am
größten.
Brach ein Feuer aus, so blieb
es selten auf die Ausbruchstelle beschränkt, sondern verbreitete sich mit
Windeseile auf die nähere und weitere Umgebung.
Was war also notwendiger, als das
die Menschen sich intensiver mit den Maßnahmen des Feuerschutzes
befassten...?
Jeder Hausbesitzer musste Eimer,
Leiter, Haken und Axt für den Feuerschutz bereit haben und war verpflichtet, ohne
Rücksicht auf Alter und Stand bei Löscharbeiten mit hand anzulegen. Damit war der
erste Schritt zur Gründung einer Gemeinschaft, die sich dem Brandschutz
verpflichtet fühlte, getan.
Als Folge wurde am 17. Juli 1841 in
unserer Kreisstadt Meißen, nur 5km entfernt, die erste Freiwillige Feuerwehr
Deutschlands gegründet. Diesem vorbildlichem Beispiel sollten bald weitere Städte
und Gemeinden folgen.
Nach der Jahrhundertwende -
1900-1947
Im Ort Löthain bestand seit der
Jahrhundertwende eine Art Freiwillige Feuerwehr, was ältere Bürger bestätigten. Bis
zum Jahr 1946 stand eine Handruckspritze aus dem 19. Jahrhundert mit den
dazugehörigen Hanfschläuchen im Spritzenhaus am Kriegerdenkmal. Nach Angaben der
Bürger wurden bei Bränden die Zugpferde sowie die Löschmanschaft vom
ehemaligen Rittergut Löthain gestellt.
|

Handdruckspritze - Bild aus der Chronik der FF
Löthain
|
Wer zur damaligen Zeit Mitglied der
sog. "Pflichfeuerwehr" war, kann nicht gesagt werden. Anzunehmen ist, dass der
damalige Schumacher Carl Bohonsch bzw. der Schmiedemeister Otto Möbius in seiner
Nachfolge als Wehrleiter fungierte.
Ob und wie viele Brände bzw.
Einsätze stattgefunden haben ist nicht geklärt. Fest steht jedoch, dass bei Bränden
auf dem Land in dieser Zeit die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Meißen, aus der
Roten Schule, mit hinzugezogen wurde.
1933 began die Zeit der
Nazidiktatur, in der nun einschneidente Anordnungen für die Angehörigen der
freiwilligen Feuerwehren folgten. Die Gemeindestrukturen wurden neu oragnisiert und
ihnen wurden Bürgermeister an die Spitze gestellt. Dieser wurde ermächtigt, die
Leitung der Feuerwehr nach den politischen neuen Gesichtspunkten der Regierung
umzugestalten. Wahlen der Wehrleitung wurden nicht mehr gestattet, sondern diese
wurden duch den Bürgermeister eingesetzt.
Als Wehrleiter wurde der Obersteiger
des Tongrubenbetriebes Rühle, Herr Döbler, berufen. Neben ihm kam eine Mehrzahl der
Kameraden aus den umliegenden Tonabbaubetrieben. Diese Bergarbeiter wurden in
Vorbereitung des 2. Weltkrieges zum Dienst in der Feuerwehr
zwangsverpflichtet.
Ende 1935 wurde auch die Forderung
erhoben, dass alle Kameraden dem Reichsluftschutzbund angehören müssen.
Im April 1937 wurde die Feuerwehr
der Polizei als Untergruppe angegliedert. Hiermit kam zum Ausdruck, dass alles auf
den 2. Weltkrieg ausgerichtet wurde, welcher auch dann 1939 begann und bis 1945
dauerte.
Ob in diesen Kriegsjahren die
Löthainer Kameraden zu Brandeinsätzen gerufen wurden, kann nicht nachgefriesen
werden. Fakt ist jedoch, dass in dieser Zeit bei Fliegerangriffen in den Ortsteilen
Löthain, Stroischen, Löbschütz, Pauschütz und Canitz mit Handsirenen und im OT
Mehren mit einer selbstgebauten elektrischen Sirene alarmiert wurde und an jeden
Kameraden der Befehl erging, dass er sich bei Fliegerangriffen im Gerätehaus
einzufinden hatte.
Die vorhandene Handdruckspritze
genügte den Anforderungen der Zeit nicht mehr, und wurde zusätzlich mit einer TS
mit 300l/min ergänzt. Das Schlauchmaterial bestand zu dieser Zeit aus
Hanfschläuchen. Die Gerätschaften befanden sich im kleinen Spritzenhaus am
Kriegerdenkmal des 1. Weltkrieges. Bei Einsätzen musste die Technik weiterhin von
Pferden gezogen werden. Die Kameraden liefen nebenher.
Im Jahr 1942 kam es zur Gründung
einer Freiwilligen Feuerwehr in Löthain als amtlich-rechtliche
Organisation.
Nach Ende des 2. Weltkrieges kamen
schwere Zeiten auf die Feuerwehr Löthain zu. Die Wehr hatte sich wieder aufgelöst.
Einsatzbekleidung und Feuerwehrtechnik waren in einem absolut desolatem Zustand.
Das Gerätehaus war durch Kriegswirren beschädigt und zu allem Übel wurde das
Fahrgestell der Handdruckspritze durch nach Hause ziehende Fremdarbeiter als
Transportwagen genutzt. Die Bürger mussten sich nach Kriegsende um sich selbst
kümmern, der Brandschutz wurde total vergessen. Zwei Jahre gingen ins
Land.
Im April 1947 wurde auf Drängen von
Bürgern duch die damalige eingesetzte Gemeindeverwaltung der Neuaufbau der
Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Löthain beschlossen.
Zurück zur
Übersicht
Chronik nach 1947
|