Feuerwehr Löthain


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Chronik der Feuerwehr Löthain - 1947 bis 1957

1947 bis 1957 - Wehrleiter Kurt Wiczorek

Aller Anfang ist schwer....

Zum Wehrleiter der neu gegründeten Feuerwehr Löthain wurde der Kamerad Kurt Wieczoreck gewählt. Auch die Kameraden Gerhard Markwardt als sein Stellvertreter und die Kameraden Erich Pinkert und Richard Krauspe als Gerätewarte bekamen das Vertrauen aller Anwesenden der Gründungsveranstaltung ausgesprochen. 

Es wurde ein schwerer Anfang für alle, welcher jedoch mit viel Elan aller gemeistert wurde.

Als erstes wurden am Gerätehaus die hervorgerufenen Kriegsschäden repariert. Fehlende Gerätschaften sowie Dienst- und Einsatzbekleidung wurden durch das Landratsamt Meißen aus alten Lagerbeständen zur Verfügung gestellt. Von Bürgern und von der Gemeinde wurden Sach- und Geldspenden bereitgestellt. Fast jeder fünfte Bürger der Gemeinde war passives zahlendes Mitglied der Feuerwehr.

Durchschnittlich wurden im Monat 3 Gerätedienste und eine Dienstversammlung durchgeführt, die fast immer zu 100%  von den Kameraden besucht waren.

Die Feuertaufe erhielt die FF Löthain im September 1949. Durch Blitzschlag kam es zu einem Scheunenbrand auf dem Gutshof Grübler in Robschütz. Die Löthainer Wehr war als erste mit Pferd und Wagen, auf dem das Schlauchmaterial, die kleine Tragkraftspritze 300l/min verlanden waren, an der Brandstelle. Durch ihr schnelles Handeln im Erstangriff konnte verhindert werden, dass das Feuer auf die Nebengebäude übergriff.

Diese Leistung der Löthainer Wehr wurde wenig später auch belohnt: Vom Landratsamt bekam die Feuerwehr ein Zugfahrzeug Marke "Audi" mit TSA und TS 8, Marke "Autounion" und weiteres Schlauchmaterial zur Verfügung gestellt.

Feuerwehr Löthain Audi 1950

Feuerwehr Löthain Gruppe Uebung

Dies ergab nun allerdings ein neues Problem: Das Gerätehaus war zu klein für die neue Technik. Die Gemeinde stellte der Wehr ein altes Fachwerkhaus vom ehemaligen Rittergut zur Verfügung. Wiederum musste nun gebaut und gearbeitet werden. Desweiteren wurde eine provisorische Schlauchtrockenanlage im Park und eine Sirene hinter dem Gemeindeamt Löthain durch die Kameraden aufgebaut.

Über Mitglieder konnte sich die Wehr damals nicht beklagen. In den 50er Jahren stieg die Mitgliederzahl bis auf 38 an. Die Kameraden Pinkert und Schumann besuchten Lehrgänge auf Kreisebene und konnten somit die Kameraden in der Wehr gut ausbilden.

Feuerwehr Löthain Gruppe 1950

Feuerwehr Löthain Gruppe 1950

Mit dem Brandschutzgesetz vom 18. Januar 1956 kam dem vorbeugenden Brandschutz eine ganz neue Bedeutung zu. Die Brandschutzorgane der DDR erhielten damit eine gesetzliche Grundlage zur Brandbekämpfung bzw. -verhütung. Dabei hatte die Brandverhütung und Aufklärung der Bevölkerung den Vorrang gegenüber der Brandbekämpfung.

Auch aus den Reihen der Feuerwehr Löthain wurden Kameraden für die Sinne des vorbeugenden Brandschutzes geschult. Sie führten dann Brandverhütungsschauen in privaten Haushalten aber auch in gewerblichen Einrichtungen durch. Diese Tätigkeit wurde nach 1990 nicht mehr gefördert und eingestellt. Hervorzuheben ist hier die Arbeit der Frauengruppe und die vielen geleisteten Stunden der Kameradin Marianne Schmuck und des Kameraden Günther Stephan.

Im Sommer 1956 wurde mit der damaligen Schule Löthain, nach gründlicher geneinsamer Überlegung eine Interessengruppe für den Brandschutz gegründet, die später als Pioniergruppe der Feuerwehr Löthain mit ihren Leistungen im Kreis Meißen großes Aufsehen erregte. Die Kameraden Ernst Schumann und Gottfried Gruber, in Verbindung mit dem Schulleiter Hubert Wanzura, vermittelten den Schülern umfangreiche theoretische und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten. Viele dieser Kameraden verrichteten noch lange ihren Dienst in der Feuerwehr Löthain oder in anderen Wehren des Landkreises und außerhalb. Leider musste diese Arbeit 1975 wegen der Schließung der Schule eingestellt werden, was sich später auch auf die Mitgliederzahlen auswirkte.

Feuerwehr Löthain Brnadschutzgruppe

Feuerwehr Löthain Brandschutzgruppe

Nach einem gezielten Programm wurden alle Kameraden ab 1956 in theoretischen und praktischen Belangen an Geräten und Fahrzeugen geschult. Im Vordergrund standen Einsatzübungen an Schwerpunktobjekten.

Die größten Brände dieser Zeit waren:

  • Scheunenbrand im Gut Schober in Mehren, 1956
  • Dachstuhlbrand - Wohnhaus - Grundstück Markwardt in Löthain, 1959
  • Großbrand Offenstall der LPG in Canitz, 1960
  • Großbrand der Mahlanlage in Löthain

Anfang 1958 übergab der Wehrleiter Kurt Wiczoreck aus Altersgründen an seinen damaligen Stellvertreter Erich Pinkert ab. Er blieb der Wehr aber als Gerätewart erhalten.

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